logo

Workshops : Welle 4

4A: Der Rektor als Marke. CEO Reputation Management als Mittel zur Profilbildung

Rektoren bzw. Präsidenten repräsentieren ihre Universität nicht nur, sondern transportieren gleichsam als „CEO“ zentrale Strategien und Werte und sind damit auch wichtige Träger der Kommunikation ihrer Einrichtung. 

Im Rahmen einer Master Thesis wurde das bislang wissenschaftlich nur wenig erschlossene Thema CEO Reputation Management aus Perspektive der Hochschulkommunikation umfassend beleuchtet. Eine empirische Studie, bei der Pressesprecher österreichischer Universitäten sowie Journalisten, die über Universitäten berichten, befragt wurden, liefert am Beispiel von Universitäten erstmals Aussagen über die Chancen von CEO-Reputation Management für NonProfit-Organisationen. Die Aufarbeitung des The-mas zeigt: Gezielte Personalisierungsstrategien zum Reputationsaufbau und damit als Mittel zur Profilierung der eigenen Institution bergen auch für die Kommunikation von Rektoren Potenzial. Gerade in Zeiten, wo Leistungen immer austauschbarer wirken, wird die Positionierung im „Wettbewerb um die Wahrnehmung“ der Menschen über die Kommunikation generell immer wichtiger. Die durch ihre Vielfalt mitunter abstrakt und durch ihre Größe schwer überschaubar wirkenden Institutionen verlieren durch die Personen an ihrer Spitze an Anonymität und Unnahbarkeit: Die Universität wird „begreifbar“ durch ihren ersten Repräsentanten, der als Reputationsträger nach innen und außen fungiert. Im Rahmen des Workshops werden die wichtigsten 

Ergebnisse der vorliegenden Studie präsentiert und praxistaugliche Hinweise zur PR von Personen diskutiert.

Mag. Alice Senarclens de Grancy, MSc 
Pressesprecherin der TU Graz

 

4B: Kaputtsparen: Lübeck als Modell? Pressearbeit auf dem Schleudersitz 

Nach dem Beschluss der schleswig-holsteinischen Landesregierung Ende Mai 2010, in Lübeck das Medizinstudium und damit faktisch die gesamte Universität zu schließen, befürchten die Hochschulrektoren die Abwicklung ganzer Hochschulen in finanzschwachen Ländern. 

Wenn die eigene Universität als „moribunde Hochschule“ bundesweite Schlagzeilen macht, setzt das neue Vorzeichen für die aktuelle Pressearbeit. Die Schlagzahl erhöht sich, interessante Hormone werden ausgeschüttet. Auf dem Campus steigert sich das Wir-Gefühl gewaltig, es gibt Unterstützung von ganz unerwarteter Seite. Bei ungünstigem Verlauf sind es allerdings die letzten Wochen auf diesem Arbeitsplatz. 

Der Workshop nimmt mit der Schilderung der Ereignisse, Aktionen und Strategien an der Trave seinen Ausgangspunkt und möchte einen Impuls für die Diskussion setzen, ob Lübeck bei weiter sinkenden Anteilen an der Hochschulfinanzierung aus den Länderhaushalten bald überall sein kann. 

Rüdiger Labahn 
Pressesprecher der Universität zu Lübeck

 

4C: PR-Fuchs 2010 „2000 für 2000 – Smart kommunizieren“ – Präsentation der Einsendungen 

Mit dem diesjährigen PR-Fuchs möchte der gemeinnützige Verein PRO Wissenschaft e.V. zeigen, dass gute und wirksame Kommunikation auch mit einem geringen Budget realisiert werden kann. 

PRO Wissenschaft hat daher in diesem Jahr zwei Preise für effektive und kreative Hochschulkommunikation ausgeschrieben. Unter dem Motto „2000 für 2000“ wird in diesem Jahr besonders kosteneffektive und gleichzeitig kreative Kommunikationsarbeit einer Hochschule mit dem PR-Fuchs ausgezeichnet. Es werden zwei jeweils mit 2000 Euro dotierte Preise vergeben – für das beste Konzept und das beste bereits realisierte Projekt, das weniger als 2000 Euro Sachmittel kostet. 

Im Rahmen der Bundestagung sollen die besten Einsendungen Gelegenheit haben, ihr Projekt bzw. Konzept vorzustellen. 

Thomas Richter 
Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Humboldt-Universität zu Berlin 

Dr. Patrick Honecker 
Leiter Presse und Kommunikation der Universität zu Köln 

 

4D: Autonomie – Segen oder Fluch für die Hochschul-PR? 

Corporate Communications, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressestelle, Kommunikation und Fundraising – ein Blick auf die Organisationsstruktur deutscher Hochschulen zeigt, dass sich in den letzten zehn Jahren viel getan hat in der „Hochschul-PR“. Einheitliche Strukturen scheint es für die „Presseleute, Kommunikationsexperten, Marketingprofis, etc.“ nicht mehr zu geben, aber haben sie jemals existiert? Hat die zunehmende Autonomie der Hochschulen dazu geführt, dass sich mit jedem Rektorenwechsel die Strukturen ändern und man das Rad der Kommunikation jedes Mal neu erfinden muss, wenn man denn überhaupt noch als Person mit der neuen Aufgabe betraut wird? Welche weiteren hochschulpolitischen Tendenzen haben diesen Prozess beeinflusst? Was bedeutet Autonomie der Hochschulen überhaupt? 

Dieser interaktive Workshop möchte basierend auf einer europaweiten Studie der European University Association aufzeigen, welche Folgen die Autonomie und andere hochschulpolitische Tendenzen für die Hochschul-PR haben. Dabei soll gemeinsam mit den Teilnehmern diskutiert werden, mit welchen Maßnahmen sich PR-Verantwortliche auf die Veränderungen und Herausforderungen der Zukunft vorbereiten können; vielleicht auch mit einem Blick auf die europäischen Kollegen? 

Ulrike Reimann
Leiterin Kommunikation, Veranstaltungen und Mitgliederservice der European University Association (EUA)

 

4E: Infografiken und Rich Media (Videos etc.) als neue Herausforderungen für die Universitätskommunikation

Die technischen Möglichkeiten, komplizierte Sachverhalte animiert darzustellen, werden laufend umfangreicher und bieten große Chancen für eine moderne Wissenschaftskommunikation. Doch nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll. Und nicht alles, was sinnvoll und wünschenswert ist, ist mit vertretbarem Aufwand machbar. 

Was sind die Vorbilder und wo sind die Fallstricke bei animierten Grafiken, Videos und Interaktionen. In diesem Workshop soll gemeinsam sowohl an praktischen Umsetzungen als auch an Ideen aus der Gruppe der Einsatz von Infografiken für die Wissenschaftskommunkation diskutiert werden. 

Richard Zinken
Verlagsleiter Verlag Spektrum der Wissenschaft

 

4F: Datenabgreifer, oder: Wie uns Dritte um Zeit und Geld bringen 

Die Hochschulen werden derzeit überschüttet mit Angeboten von Verlagen und Agenturen: Ob Internet-Portal, Katalog, Verzeichnis, Zeitungsbeilage, immer geht es um die Repräsentation der Hochschulen in vermeintlich wichtigen Medien mit großer Reichweite. Bei genauerem Hinschauen handelt es sich allerdings oft um kostenpflichtige Anzeigen, die sich als redaktionelle Beiträge tarnen, oder um unbedeutende Internet-Plattformen. Für die Hochschulen ist das zum einen teuer, zum anderen entsteht viel Arbeit. Mit anderen Worten: Kosten und Arbeit sind von den Hochschulen zu tragen, während die Anbieter nahezu risikolos Geld verdienen! 

Als Kommunikationsbeauftragte der Hochschulen sollten wir bemüht sein, der Flut von Anfragen Herr zu werden. Indem wir die Spreu vom Weizen trennen, können wir Wichtiges von Unbedeutendem trennen und unseren Mitarbeitern sowie der ganzen Hochschule Orientierung geben. Eine weitgehend einheitlichen Position und Qualitätsstandards könnten schließlich helfen, den Spam-Praktiken einiger Anbieter vehement zu begegnen. Die Idee zu einem Workshop entstand aus der Erkenntnis, dass das Thema für jeden einzelnen von uns zu komplex ist. Folgende Themen sollten vernetzt bearbeitet werden – der Workshop kann hierzu bestenfalls den Anstoß geben:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Angebote gibt es (geordnet nach Print, Internet, Social Media);
  2. Kategorisierung der verschiedenen Angebote zur effektiven Bearbeitung;
  3. Entwicklung von Kriterien zur Bewertung der Angebote; 
  4. Best-Practice-Beispiele aus dem Plenum; 5. Überlegungen in Richtung eines Beispiel- bzw. Referenz-Portals. 

Jesco Heyl, M.A.
Leiter Referat Presse und Kommunikation, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig/Pressesprecher 

 

4G: Supervision und Coaching als Burnout-Prophylaxe 

Das Arbeitsfeld PR ist von vielen Konfliktlinien geprägt. Pressesprecher sitzen ständig „zwischen allen Stühlen“. Gerade im Hochschulbereich fehlt darüber hinaus bei der Leitung oft das Verständnis für den Arbeitsbereich sowie für die Leistungen und Belastungen, die er mit sich bringt. 

Supervision und Coaching bieten die Chance, über berufliche Belastungen zu sprechen, Konfliktfelder zu identifizieren und realisierbare Lösungen zu suchen. Die professionell unterstützte Reflexion über den Arbeitsalltag oder auch bestimmte Arbeitssituationen hilft, eigene Verhaltensmuster zu diagnostizieren und zu verändern und damit wiederkehrenden Erschöpfungszuständen vorzubeugen.  

Dieser Workshop kann natürlich keine Supervisions- oder Coachingsitzung sein. Wir möchten jedoch für Belastungsgrenzen sensibilisieren und die Möglichkeiten aufzeigen, die Supervision und Coaching bieten. Darüber hinaus stellen wir das Coaching-Programm der Uni Kiel vor, das im Rahmen der Wissenschaftlichen Weiterbildung als Instrument der Personalentwicklung angeboten wird. 

Ein Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und -nehmer wird die Informationen vertiefen. 

Susanne Schuck-Zöller
Pressesprecherin Uni Kiel (bis 30.6.10) Koordinatorin Netzwerke, Climate Service Center, Hamburg (seit 1.7.10) Freiberuflich: Moderatorin, Supervisorin 

Annekatrin Mordhorst
Leiterin Wissenschaftliche Weiterbildung, Universität Kiel; Trainerin und Coach 

 

4H: Crossmedia-Strategien 

Zeitungsverlage wandeln sich zu Medienkonzernen, Rundfunkanstalten bieten auf ihrer Home-page Texte, Bilderstrecken, Audioslideshows und Videos nebeneinander an. Alle wollen die Besucher möglichst lange auf der Seite und bei der Stange halten. Mit Texten alleine kann man heute kaum noch wirkungsvolle Kommunikation betreiben, auch nicht in der Wissenschaft -und vor allem nicht bei den jungen Zielgruppen. Die Mediengattungen werden durchlässiger, die User anspruchsvoller: Angebote im Netz sollten darum interaktiv und vernetzt sein und so viele Sinne wie möglich ansprechen. 

Das Schlagwort Crossmedialität beherrscht die aktuelle Diskussion. Im Journalismus gilt: wer crossmedial produzieren will, der muss seine Geschichten anders denken und anders aufbereiten. Er muss die Arbeitsabläufe anders organisieren. Und er muss, in anderer Weise als in traditionellen Medien, offen sein für die Angebote und Anregungen seiner UserInnen. Der Workshop zeigt aktuelle Beispiele crossmedialer Strategien und Erzählweisen. Die Teilnehmer lernen kostengünstige Werkzeuge zur Produktion von Audioslideshows und freie Software aus dem crossmedialen Handwerkskasten kennen (und lieben). In Vortrag und Diskussion werden wir uns außerdem dem Workflow widmen und Maßstäbe und Kriterien für eine sinnvolle Arbeitsorganisation entwickeln. 

Kai Voigtländer
Seminarleiter, Dozent, Trainer Akademie für Publizistik, Hamburg