Wir bringen Hochschulen ins Gespräch.

DER SIGGENER KREIS

Denkwerkstatt für die Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation

Der Siggener Kreis entstand auf Initiative des Bundesverbands Hochschulkommunikation und der Gemeinschaftsinitiative der deutschen Wissenschaft - Wissenschaft im Dialog. Im Rahmen des Programms „Eine Woche Zeit“ der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Kooperation mit dem ZEIT Verlag kamen im Juli 2013 erstmals die Mitglieder des Siggener Kreises ohne Auftrag oder Mandat ihrer Institution zusammen, um fünf Tage lang über zentrale Themen und Trends, Chancen und Herausforderungen in der Wissenschaftskommunikation zu debattieren.

Seitdem folgen im jährlichen Abstand weitere Tagungen. Der Siggener Kreis versteht sich als überinstitutioneller Arbeitskreis. Die Mitglieder, Vertreter*innen aus Wissenschafts-PR, Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus, nehmen persönlich an der Denkwerkstatt teil und nicht als institutionelle Vertreter*innen und Vertreter. Der Siggener Kreis ist keine geschlossene Gruppe. Neben bereits bei früheren Tagungen mitwirkenden Personen können jedes Jahr über eine Ausschreibung zur Teilnahme auch neue Mitglieder*innen hinzukommen. 

LEITLINIEN ZUR GUTEN WISSENSCHAFTS-PR

Siggener Impulse 2019

Warum über künstliche Intelligenz nachdenken?

Intelligenz (KI) und datenbasierte Automatisierungsprozesse sind bereits heute relevanter für die Wissenschaft und die Wissenschaftskommunikation, als die meisten Menschen in diesem Umfeld meinen. In der Kommunikation werden selbstlernende Systeme längst eingesetzt, um zum Beispiel hochwertige automatische Übersetzungen anzufertigen oder immense Textmengen sinnvoll zu verdichten. Tools können Themen-Trends erkennen, redundante Arbeit reduzieren und Kommunikationsaufgaben evaluieren und besser strukturieren. Wo wir sie uns nicht selbst zunutze machen, werden sie sehr bald von unseren Dialoggruppen, Leitungen und/oder Auftraggeber*innen an uns herangetragen werden. Wir berichten bereits über KI als Thema und werden eher früher als später auch selbst mit Instrumenten aus der KI arbeiten oder in unserer Arbeit von ihr beeinflusst. Systeme der Künstlichen Intelligenz werden die Wissenschaft und auch die Wissenschaftskommunikation vereinfachen, verändern, weiter verstärken und beschleunigen. 

Dabei sind mit dem Begriff „KI“ Heilsversprechen wie auch Ängste verbunden. Wir sind daher überzeugt davon, dass es für Wissenschaftskommunikator*innen besser ist, die Entwicklungen zu verstehen, aktiv zu analysieren und zu reflektieren sowie zu testen und mitzugestalten, als von ihnen getrieben zu werden.

Uns ist es zudem wichtig, darüber nachzudenken, wie KI-Anwendungen dem Gemeinwohl dienen und nicht allein uns selbst oder unseren Organisationen einen Vorteil verschaffen können. Es ist uns bewusst, dass die Zeit vom 30. September bis zum 4. Oktober 2019, in der wir uns in Siggen intensiv mit dem Thema befasst haben, weder für die Würdigung bestehender Leitlinien, Studien und Gutachten noch für eine vollständige Analyse der aktuellen Entwicklungen ausgereicht hat.

Wir freuen uns, wenn möglichst viele Menschen dieses Dokument teilen, es mit anderen Interessierten diskutieren und ergänzen sowie die Werkzeuge der künstlichen Intelligenz erproben und ihre Erfahrungen teilen, damit sie unsere Arbeit verbessern können, ohne die Kontrolle über unsere Gestaltungsverantwortung zu übernehmen.