Der Siggener Kreis sucht motivierte Teilnehmer*innen aus Wissenschaft und Medien, Politik, Wirtschaft und Kommunikation, die vom 15. bis 19. November auf Gut Siggen über das Thema Securitization – Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation in der “Zeitenwende” diskutieren möchten.
Teilnahmevoraussetzung ist ein Impulspapier (ca. eine bis maximal zwei Seiten), das bis zum 15. Juli 2026 einzureichen ist.
Die Welt um uns herum rüstet auf, und Wissen(schaft) wird dabei zu einem relevanten Faktor. Wissen ist Macht. Die “Zeitenwende”, selbst schon ein Framing-Begriff wie aus dem PR-Handbuch, ist auch in Forschungseinrichtungen und Hochschulen angekommen. Embargo-Policies zeigen an, wo die ideellen Fronten der Zukunft verlaufen können. Forschungsgelder fließen in die Wehrforschung. Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden zunehmend als systemrelevante Faktoren erkannt. Tausende von Cyberattacken täglich auf die Server und Netze von Forschungseinrichtungen und Hochschulen sind ein Indiz dafür, das es sich hier um lohnenswerte Ziele handelt.
In nur wenigen Jahren schafft die geopolitische Lage in vielen Bereichen veränderte Realitäten und Werte. Wie wird dies die Art, wie wir über Wissenschaft sprechen, verändern? Wie ändert sich die jeweilige Ausrichtung? Was hat künftig Einfluss auf sie, und welchen Einfluss können sie selbst wiederum ausüben?
In Siggen wollen wir dem nachspüren und die Auswirkungen der “Zeitenwende” auf die Zukunft der Wissenschaftskommunikation kartieren.
Mögliche Fragen für ein Impulspapier lauten:
- Wie können sich Wissenschaftsjournalismus, Wissenschaftskommunikation und -forschung in den nächsten Jahren durch die “Zeitenwende” ändern?
- Welche neuen Themen/Inhalte kommen auf sie beziehungsweise auf uns zu, und welche ethischen Implikationen bringen diese mit sich?
- Findet eine “Versicherheitlichung” der Wisskomm statt?
- Kann sich das Ideal der Open Science Communication in Zukunft noch halten, oder hat es sich schon überlebt? Wie gehen wir mit sicherheitsrelevanten Forschungsergebnissen um?
- Welche Auswirkungen wird die “Zeitenwende” auf die Akteur*innen und Stakeholder des Wissenschaftsjournalismus und der Wisskomm haben? Wie kann sich das Verhalten der Leitungen, der Wissenschaftler*innen, die Journalist*innen und Redaktionen, der Studierenden etc. ändern?
- Wie kann sich der Erwartungshorizont von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft verändern?
- Welche Rolle kann Wisskomm in der “Zeitenwende” spielen? Können Wissenschaftskommunikation und -journalismus instrumentalisiert und zu propagandistischen Waffen umgeleitet werden? Kann Propaganda dann womöglich auch guten Zielen dienen?
- Wie gehen wir mit digitaler Kriegsführung und Misinformation um?
- Was muss Wisskomm leisten, um ethisch zu bestehen, in Zeiten, die immer mehr Positionierung erfordern?
Wir gehen davon aus, dass es auch in diesem Jahr mehr Bewerbungen als Plätze geben wird. Die Auswahl übernimmt eine Jury, die sich aus Vertreter*innen der Organisatoren und Partner sowie jeweils fachspezifischen Jurymitgliedern zusammensetzt.
Um vor Ort zeitlich flexibel zu sein, wollen wir die ausgewählten Impulse vorab allen Teilnehmenden bereits schriftlich zukommen lassen und ggf. nur einen Teil davon als Vortrag in die Tagung einbinden. Die Ergebnisse der Tagung sollen in Form einer Dokumentation online zugänglich gemacht werden.
Tagungskosten: Zusätzlich zu den An-/Abreisekosten fallen für die Tagung 350 Euro Übernachtungs- und Verpflegungskosten (Tagungsgebühr) an. Auf Antrag kann in Ausnahmefällen die Gebühr reduziert werden, zum Beispiel für Journalistinnen und Journalisten. Die Gebühr ist vorab zu überweisen. Bei einer kurzfristigen Stornierung ist eine Rückzahlung nur möglich, wenn Personen aus der Warteliste nachrücken.
Bitte senden Sie uns Ihre Bewerbungs-Impulse bis 28. Juli 2025 per E-Mail an beide Adressen: e.hoffmann(at)verw.uni-koeln.de, und markus.weisskopf(at)table.media.
Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften.
Herzliche Grüße
Das Siggen-Team
Seit 2013 gibt es die Siggener Denktage „Eine Woche Zeit für die Zukunft der Wissenschaftskommunikation“.
Die Siggener Tagung wird gefördert von der Alfred Toepfer Stiftung und der ZEIT Verlagsgruppe. Partner für die Siggener Tagung sind der Bundesverband Hochschulkommunikation, die Fachgruppe Wissenschaftskommunikation der DGPuK und die Wissenschaftspressekonferenz (WPK).
